Oder: Ich möchte Gespräche nicht beginnen mit der Frage nach dem Job.
Warum bist du hier?
Das ist häufig eine der ersten Fragen, die ich einer neuen Kundin stelle. Welches Ziel verfolgst du? Was möchtest du erreichen?
Das ist meistens ziemlich spannend. Man lernt sehr viel über die Menschen aus den Antworten, die sie hier geben.
Wenn ich dann frage, was ihnen im Weg steht, wo es hapert, warum es schwierig ist, diese Ziele zu erreichen, dann sind wir ganz oft bei den gleichen Themen: Alltag. Stress. Job.
Und dann denke ich mir (obwohl ich meinen Job gerne mache):
Es gibt Dinge im Leben, im Alltag, die wichtiger sind als der Job.
Was macht dich aus?
Was bewegt dich?
Wo bist du im Flow?
Was erfüllt dich?
Das kann nicht für alle Menschen die Arbeit sein.
Daran glaube ich nicht.
Weil ich zu oft Menschen über ihre Arbeit meckern höre.
Auch, weil Arbeit oft Quelle von Stress, Druck, Überforderung ist.
Also: wer bist du, wenn du nicht (lohn-)arbeitest?
Wo ist der Ausgleich für dich?
Wo bist du du, ohne Kompromisse?
Wo machst du etwas nur für dich?
Warum ist es so schwer, sich für diese Dinge Zeit zu nehmen?
Und dann ertappe ich mich natürlich auch bei der Frage:
Warum ist es so schwer, dass ich mir dafür Zeit nehme? Mir dafür feste Zeiten einplane in meinem Alltag?
Obwohl ich doch weiß, dass ich sehr unzufrieden werde, wenn ich es nicht tue?
Ich vermisse mein Hobby, wenn ich dafür keine Zeit finde.
Dann fühle ich mich unerfüllt.
Unzufrieden.
Als wäre in meinem eigenen Alltag keine Zeit für mich.
Zeit, die nur mir gehört.
Für mich – das weißt du vielleicht – ist dieses Hobby, diese Zeit das Schreiben.
Als Ausgleich zu einem mit den Bedürfnissen von anderen Menschen erfüllten Arbeitsalltag.
Weil es zwar schön ist, dass diese Menschen sich um ihre körperliche Gesundheit kümmern.
Doch ich sehe immer wieder, dass sie sich um ihre mentale Gesundheit nicht im gleichen Maße kümmern.
Und ich glaube, da gehört Zeit, die man mit sich selbst, für sich selbst,
erfüllend füllt,
ganz fundamental dazu.
Zeit, in der es nicht um die Erwartungen anderer geht.
Deshalb frage ich Menschen lieber danach, was sie in ihrer Freizeit tun
als danach, was sie in ihrem Arbeitsleben tun.
Darüber definieren sie sich ohnehin oft schon genug,
bekommen Anerkennung und sind es vielleicht auch gewohnt und erwarten es, dafür Anerkennung zu bekommen.
Seit wann ist eine Tätigkeit nur etwas wert, wenn es dafür Anerkennung gibt?
Reicht es nicht, dass du anerkennst, dass du diese Tätigkeit liebst,
brauchst,
sie dich erfüllt,
und zu einem zufriedeneren Menschen macht?
